Zum Frauentag 2025

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Heute vor einem Jahr...

... hatte ich zum Internationalen Frauentag eine gelbe Rose geschenkt bekommen, was mich gleichzeitig gefreut und traurig gemacht hat. Deshalb hatte ich auch einen entsprechenden Post in Social Media veröffentlicht:

Wegen dieser Rose bin ich gleichzeitig erfreut und traurig  Diese Rose bekam ich geschenkt. Warum? Heute ist 8. März: Internationaler Frauentag. Von wem? Von meinem lokalen Supermarkt an der Kasse. Zunächst war ich erfreut. Und dann war ich traurig.  Zunächst war ich erfreut: Ich freue mich, wenn mir jemand Blumen schenkt. Dieser gelbe Rose bringt Sonne auf meinen Schreibtisch. Ich bin eine Frau. In diesem Land. Jemand bedenkt mich am Frauentag.

Und dann wurde ich traurig: Die Kassierin wusste nicht, ob sie auch eine bekommt. Lassen wir Frauen uns jetzt mit Blumen abspeisen? Wird der Frauentag jetzt auch kommerzialisiert? Wie viele Frauen werden noch immer unterdrückt? Warum hört meine Tochter sexistische Sprüche?  Diese Rose macht mit bewusst, wie viel und wie wenig bisher für uns Frauen erreicht wurde.

Heuer...

... scheint mir alles schlimmer für uns Frauen als ich erinnern kann:
Sieger der Bundestagswahl 2025 ist der Spitzenkandidat der CDU geworden, unter dem – wenn er wirklich Bundeskanzler wird – wir Frauen es noch schwerer haben werden als bisher.
Außerdem wabert der so genannte „Trad Wife Trend“ durch die sozialen Medien, bei dem ich mich ganz besorgt frage, was überhaupt in den Köpfen dieser jungen Frauen vor sich geht.
Und dieses Jahr bekomme ich noch nicht einmal zum Frauentag ein Trostpflästerchen in Form einer einzelnen Rose...

Ich persönlich wünsche mir einfach nur Respekt und dass Frauen und Männer auf Augenhöhe leben. Das habe ich auch schon in meinem Blog-Artikel zum Internationalen Männertag 2024 geschrieben. Und dafür ist die Perspektive, aus der dieses Thema betrachtet wird, meiner Meinung nach auch völlig egal.

Song zum Tag:

"She's Alway a Woman" von Billy Joel